Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Tübingen

Rad und Bahn sind die ideale Kombination für den modernen Verkehr

Rad und Bahn sind die ideale Kombination für den modernen Verkehr © ADFC / Herfort

ADFC zur DB-Konferenz: Rad-Bahn-Kombi muss im ganzen Land verbessert werden

Im Vorfeld der DB-Konferenz "Anschluss erreichen" formuliert der Fahrradclub ADFC seine Erwartungen zur Verbesserung der Schnittstellen zwischen Rad und Bahn.

Morgen beginnt die Konferenz „Anschluss erreichen“ der DB-Infrastrukturgesellschaft InfraGO. Im Zentrum steht die Frage, wie jeder Bahnhof in Deutschland funktionierende Anschlüsse für Radfahrende schaffen kann. Der ADFC ist mit eigenen Beiträgen beteiligt. Zentral für den weltgrößten Fahrradclub ist der Ausbau von Fahrradparkplätzen an Bahnhöfen. Aber auch die Fahrradmitnahme in Bahnen muss verbessert werden, so der ADFC. 

ADFC-Bundesgeschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann sagt: „Immer mehr Menschen fahren im Alltag und in der Freizeit gerne Fahrrad und E-Bike. Aber wenn man längere Strecken – wie den Weg zur Arbeit oder die Reise in den Urlaub – plant und das Rad idealerweise mit der Bahn kombinieren möchte, versagt oft das Infrastrukturangebot. An den meisten Bahnhöfen werden Fahrräder aus Sicherheitsgründen nur ungern abgestellt. Die Mitnahmekapazitäten für Fahrräder im Nah- und Fernverkehr sind beschränkt und unkomfortabel - und selten gibt es Leihräder für die letzte Meile vom Bahnhof zum Ziel. Das muss sich dringend ändern, denn die Rad-Bahn-Kombi ist die Ideallösung für die nachhaltige Mobilität und sollte so bequem wie Autofahren sein. Es braucht nahtlose und komfortable Angebote für alle, die auch ohne Auto mobil sein wollen oder müssen – in den Städten und vor allem auch auf dem Land.“

Eine Million Fahrradparkplätze fehlen an Bahnhöfen

Laut Branchenanalysen fehlen aktuell etwa eine Million Fahrradabstellplätze und rund 1.000 Fahrradparkhäuser an den wichtigsten Bahnhöfen für Alltagsradverkehr und Radtourismus. An den erheblichen Kosten will sich der Bund laut Nationalem Radverkehrsplan beteiligen. Allerdings war beispielsweise das im Jahr 2023 gestartete Förderprogramm „Fahrradparken an Bahnhöfen“ mit 55 Millionen Euro aus Sicht des ADFC von Beginn an deutlich unterfinanziert – und wird zudem nach 2027 nicht fortgesetzt. Lodemann: „Es klafft eine riesige Lücke zwischen den fahrradfreundlichen Zielen der Bundesregierung und der Finanzierung. Die Förderprogramme für Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen müssen dringend aufgestockt und fortgesetzt werden. Genauso wichtig ist, dass Fahrradparkhäuser auf guten Radwegen leicht erreichbar – und durchgängig geöffnet sind. Das schönste Fahrradparkhaus nützt nichts, wenn es versteckt liegt, nur auf Holperstrecken erreichbar ist oder schon um 18 Uhr schließt. Ideal sind Fahrradparkhäuser, in die man rund um die Uhr ebenerdig hineinfahren kann.“

Unzufriedenheit mit der Fahrradmitnahme

Neben sicheren Stellplätzen ist die unkomplizierte Mitnahme des Rads in Zügen die zweite entscheidende Stellschraube. Der Fahrrad-Monitor 2025, eine repräsentative Befragung des Bundesverkehrsministeriums, hat kürzlich gezeigt, dass rund zwei Drittel (62%) der Radfahrenden die Mitnahme des Fahrrads in Nah- und Regionalverkehrszügen wichtig finden. Etwa die Hälfte von ihnen (48%) ist mit dem Angebot unzufrieden. Die Mitnahme in Fernverkehrszügen ist für 46% der Radfahrenden wichtig. Hier bewerten sogar zwei Drittel (66%) das aktuelle Angebot negativ. Lodemann: „Realität ist, dass man als Bahnkunde das Fahrrad oft gar nicht oder nur unter großen Beschwernissen mitnehmen kann. Das ist frustrierend und lässt das gemeinsame Potenzial mit dem Radverkehr für Stauentlastung, Gesundheit und Klima ungenutzt. Die Mitnahme des Fahrrads sollte so einfach und selbstverständlich sein, wie das Mitführen eines Koffers.“ 

Erwartungen an die DB-Konferenz

Der ADFC begrüßt ausdrücklich, dass die Fachkonferenz „Anschluss erreichen“ erstmalig stattfindet. Lodemann: „Die Bahn zeigt mit der Konferenz, dass ihr Radfahrende als Kunden wichtig sind. Natürlich! Die gute Erreichbarkeit von Bahnhöfen ist auch der Schlüssel zu mehr Menschen, die die Bahn gern nutzen. Wir verbinden die Konferenz mit der Hoffnung, dass konkrete Impulse zum Fahrradparken und zur Fahrradmitnahme die Rad-Bahn-Kombi schon bald deutlich attraktiver machen.“ 

Hinweise an Redaktionen: Das aktuelle ADFC-Positionspapier zur Fahrradmitnahme in Bahnen gibt es auf den ADFC-Seiten. Die Ergebnisse des Fahrrad-Monitor 2025 finden Sie auf den Seiten des Bundesverkehrsministeriums. Dort gibt es auch Informationen zum auslaufenden Förderprogramm „Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen“. Die PTV-Studie zum Bedarf an Fahrradabstellanlagen zitiert das Mobilitätsforum Bund. Das Programm der Konferenz „Anschluss erreichen“ gibt es auf den Seiten der Infostelle Fahrradparken. Themenfotos zu dieser Pressemitteilung finden Sie in der blauen Medienboc. 

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit rund 240.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung für Radfahrende in Deutschland und weltweit. Zusammen mit seiner Jugendorganisation Junger ADFC setzt er sich für sichere, komfortable Radwege und fahrradfreundliche Rahmenbedingungen als Basis einer nachhaltigen und gesunden Mobilität ein. Der ADFC ist bekannt für Auszeichnungen wie „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ und Bett+Bike, zertifiziert touristische Qualitätsradrouten und stärkt mit Trainings und Aktionen – etwa zu sicheren Schulwegen – die Verkehrssicherheit von Menschen jeden Alters. 

Downloads

Porträtfoto von ADFC-Bundesgeschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann

ADFC-Bundesgeschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann

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Fahrradparkplätze an Bahnhöfen

Themenfoto Fahrradparken

Copyright: ADFC / Westrich

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Rad und Bahn sind die ideale Kombination für den modernen Verkehr

Rad und Bahn sind die ideale Kombination für den modernen Verkehr

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https://tuebingen.adfc.de/pressemitteilung/adfc-zur-db-konferenz-rad-bahn-kombi-muss-im-ganzen-land-verbessert-werden

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