Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Tübingen

Frau und Kind fahren auf einen Tandem Rad und an einer Pferdewiese vorbei

Unterwegs mit dem Pino von Hase Bikes. © Hase Bikes

Tandems und Trailerbikes: Weitere Lösungen für den Kindertransport

Lösungen für den Kindertransport per Rad können auch Trailerbikes, Tandemkupplungen und Tandems selbst sein. Bei allen drei Optionen müssen Kinder meist schon selbstständig Rad fahren können. Wir stellen die Optionen mit Vor- und Nachteilen vor.

Tandemkupplung: Sicher hinterher

Selbst fahren und trotzdem sicher im Verkehr sein und mit dem Tempo der Eltern mithalten können? Das geht mit einer Tandemkupplung oder einer Tandemstange. Damit können Kinderräder von 12 bis 20 Zoll an ein Erwachsenenfahrrad angehängt werden. Das geht ohne Werkzeug und so zügig, dass man auch unterwegs an- und abkuppeln kann. Das Kind kann selbst fahren oder – ans Elternrad angehängt – auf seinem Fahrrad sitzend mittreten oder sich ausruhen. 

Die Tandemkupplung (FollowMe) hat den Drehpunkt hinter dem Zugfahrrad. Damit läuft das angehängte Kinderrad aufrecht und sehr schön in der Spur. Eine Tandemstange (Trail Gator, WeeRide) wird an der Sattelstütze des Zugfahrrades befestigt, wo dann auch der Drehpunkt liegt. Dadurch fährt das angehängte Kinderrad einen kleineren Kurvenradius, das Gespann muss weiter ausholen. Außerdem neigt sich das angehängte Kinderrad meist leicht zu einer Seite. 

Wichtig: Das Kinderrad braucht ein eigenes Rücklicht.

Hersteller u. a. FollowMe, Trail Gator

Tandemkupplung kompakt

  • Vorteile: Flexibilität, das Kind kann selbst fahren, mittreten oder sich ausruhen
  • Nachteile: Kind muss selbst sicher Rad fahren und sich auf dem Sattel halten können
  • Besonderheiten: Kupplung oder Stange können ohne Kinderrad am Zugfahrrad bleiben
  • Kapazität: 1 Kind ca. 3 bis 9 Jahre, max. 32 kg, Kinderrad 12 bis 20 Zoll
  • Zubehör: zusätzlicher Adapter für weitere Zugfahrräder
  • Gewicht/zulässiges Gesamtgewicht: ca. 4 kg/max. 45 kg
  • Preise: ca. 60 bis ca. 330 Euro

 

Trailerbike: Tandem mit drei Rädern

Mit einem Trailerbike oder Nachläufer wird aus dem Zugfahrrad ein dreirädriges Tandem. Das Trailerbike ist ein Kinderfahrrad ohne Vorderrad und Vordergabel, meist mit 20 Zoll-Hinterrad. Es ist mit oder ohne Gangschaltung erhältlich. Der Lenker dient nur zum Festhalten. 

Es gibt drei Anhängevarianten: 1. Das Einhängen am Spezialgepäckträger (Add+Bike), da liegt der Drehpunkt günstig am Ende des Zugfahrrads und der Gepäckträger bleibt frei für Kindersitz oder Packtaschen. 2. Das Einhängen am Spezialadapter (Burley), der mittig auf dem vorhandenen Gepäckträger befestigt wird. 3. Das Ankuppeln an die Sattelstütze des Zugfahrrades. Dabei wird diese höher belastet und der Kurvenradius des Trailerbikes kleiner. Das Gespann muss weiter ausholen und das Trailerbike fährt weniger seitenstabil.

Das Zugfahrrad muss für das Ziehen von Trailerbikes ausgelegt sein. Angaben dazu finden sich in der Bedienungsanleitung des Fahrrads, im Zweifel im Fachhandel oder beim Hersteller nachfragen.

Hersteller u. a. Burley, Prometheus Bikes, Roland Add+Bike, WeeRide

Trailerbike kompakt

  • Vorteile: das Kind kann mittreten oder sich ausruhen
  • Nachteile: zusätzliches Fahrrad, nicht allein nutzbar, Kind muss sicher Rad fahren und sich auf dem Sattel halten können, ggf. Belastung der Sattelstütze
  • Besonderheiten: mit und ohne Gangschaltung
  • Kapazität: 1 Kind ab ca. 4 Jahre bis 32 kg
  • Zubehör: keines
  • Gewicht/zulässiges Gesamtgewicht: 10 kg/45 kg
  • Preise: ca. 200 bis ca. 430 Euro
Fahrtipps für Trailerbike-Gespanne
Fahrtipps für Trailerbike-Gespanne © Roland Werk

Fahrtipps zu Trailerbikes

  • Ein Trailerbike muss sich fest am Zugfahrrad montieren lassen. Je weniger Seitenneigung das Nachziehrad hat, desto stabiler wird die Fahrweise.
  • Das Trailerbike braucht ein Rücklicht und einen roten Rückstrahler, denn Kind und Nachziehrad verdecken das Rücklicht am Zugfahrrad. Dieses Rücklicht besser abdecken, da es sonst das Kind blenden kann.
  • Trailerbikes sollten eine Gangschaltung haben, damit das Kind in einer passenden Übersetzung mittreten kann. Tritt es zu häufig ins Leere oder muss zu schwer treten, verliert das Kind die Lust am Mitfahren.
  • Das hintere Schutzblech des Zugfahrrads muss weit nach unten gezogen sein, sonst fährt das Kind bei Regen und nasser Fahrbahn im Sprühregen.
  • Das Trailerbike sollte sich über Lenker und Sitz an die Größe des Kindes anpassen lassen.
  • Darauf achten, dass das Kind während der Fahrt nicht einschläft, das kann zu schweren Stürzen führen.

 

Tandem: Gemeinsam Pedalieren

Manche Tandems sind auch für das Mitfahren von größeren Kindern ab acht bis zehn Jahren geeignet. Das hängt vor allem von der Rahmenhöhe ab. Die 20 Zoll-Tandems von Bernds eignen sich ab 1,40 m Körpergröße. Für normal große Tandems gibt es Kindertretlager als Zubehör, sodass auch kleinere Kinder mitfahren können. Das Sitzliegetandem Pino von Hase Bikes und die Kind-Erwachsenen-Tandems von Huka (Copilot) sowie von Van Raam (Kivo) eignen sich ebenfalls für die Mitfahrt von Kindern – mit und ohne Handicap.

Hersteller u. a. Bernds (Falttandems), Hase Bikes (Pino), Hukabikes (Copilot), Van Raam (Kivo), Schauff (Comfort II)

Tandem kompakt

  • Vorteile: auch für größere Kinder und Kinder mit Handicap geeignet
  • Nachteile: ist ein zusätzliches Fahrrad, Kind muss bei den meisten Modellen sicher Rad fahren und sich auf dem Sattel halten können
  • Besonderheiten: indirekte Lenkung, wenn Kind vorne sitzt
  • Kapazität: 1 Kind ab ca. 6 Jahre
  • Zubehör: Spezialzubehör für gehandicapte Kinder
  • Gewicht/zulässiges Gesamtgewicht: ca. 25 bis 48 kg/max. 180 bis 260 kg
  • Preise: ca. 4.200 bis ca. 10.000 Euro

Autor:innen: Peter Barzel, ADFC

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